Sprechen mit Maske

Sprechen mit Maske – die Chance für ein gutes Training

Wie geht es Ihnen mit dem Tragen der Maske? Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt habe. Auch heute ist es mir manchmal noch unangenehm, besonders, wenn die Brille beschlägt und ich durch den Nebel irre. Und doch hat es mich von Anfang an interessiert, welche Chancen im Tragen der Maske liegen, (wenn man von der allerersten Funktion absieht: andere zu schützen) – und das sind gar nicht so wenige.

1. Vertiefte Atmung

Durch die Maske zu atmen ist um einiges anstrengender als ohne Maske. Gerade in dieser Anstrengung liegt aber die Chance: Um ausreichend Luft durch die Maske zu ziehen, müssen die Atemmuskeln mehr arbeiten – und das kräftigt sie.

Achten Sie mal darauf, wie aktiv die Muskeln im Körper sind, wenn Sie durch die Maske atmen. Wahrscheinlich spüren Sie, wie Ihre Muskeln im unteren Rücken und im unteren Brustkorb mithelfen, um tief einzuatmen.

Tipp für unbeschwertes Atmen:

Atmen Sie bevorzugt durch die Nase. Dabei saugen Sie beim Einatmen die Maske nicht so stark an. Und wie immer: Achten Sie vor dem Einatmen darauf, dass Bauch und Kiefer entspannen dürfen.

2. Deutliche Aussprache

Ja, ich weiß: Zunächst fällt es vielen Menschen schwerer, mit Maske verständlich zu sprechen. Heute beim Fischhändler musste ich mehrfach nachfragen und hatte ihn immer noch nicht verstanden. Die Chance liegt hier darin, dass, wenn wir wirklich verstanden werden wollen, das Energielevel sich automatisch hebt und alle beteiligte Muskulatur anspringt.

Das funktioniert ähnlich wie bei einer altbewährten Übung, dem „Korkensprechen“. Beim Korkensprechen nehmen Sie einen Korken zwischen die Zähne und sprechen damit so deutlich wie möglich. Durch das Hindernis des Korkens werden Muskeln angeregt, die sonst schlummern würden. In einem meiner nächsten Beiträge werde ich die Korken-Übung genauer beschreiben.

3. Die Stimme nach vorne bringen

Sicher haben Sie schon einmal davon gehört, dass der Stimmsitz beim Singen und Sprechen vorne sein sollte. Was ist damit gemeint? Es lässt sich relativ einfach so erklären: Wenn die Kehle und der Mundinnenraum durch zu viel Anspannung verengt sind, bleibt die Stimme „im Halse stecken“. Die Stimme klingt dann rau, heiser, gepresst, energielos. Wenn es gelingt, diese Spannungen zu lösen, kann die Stimme frei fließen, vibriert im vorderen Mundraum und bekommt mehr Strahlkraft.

Tipp für eine resonanzreiche Stimme:

Nutzen Sie die Maske als Resonanzkörper, indem Sie bewusst in die Maske sprechen oder tönen, so als würden Sie in ein Mikro sprechen. Wenn Sie die Schwingungen Ihrer Stimme im vorderen Mundraum bzw. an der Maske spüren, machen Sie alles richtig!

Die Maske im antiken Theater

Im antiken Theater trugen die Schauspieler*innen eine Maske vor dem Gesicht. Die Maske als Resonanzkörper half ihnen, auch in den obersten Rängen eines Amphitheaters verstanden zu werden. Auch heute noch verwendet man in der Stimmbildung den Begriff „in die Maske sprechen“.

Viel Spaß mit diesen Anregungen!

Ihre Madeleine Streiber

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