Stimmtherapie

Wann ist eine Stimmtherapie sinnvoll?

Wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Symptome haben, kann eine Stimmtherapie sinnvoll sein:

  • Sie sind oft heiser.
  • Ihre Stimme klingt verhaucht, leise oder schwach.
  • Ihre Stimme klingt rau oder gepresst.
  • Ihre Stimme erscheint Ihnen zu hoch oder zu tief.
  • Sie können nur mit Anstrengung angemessen laut sprechen.
  • Sie müssen sich häufig räuspern.
  • Sie erleben Ihre Stimme als nicht belastbar.
  • Sie verspüren Druck und Enge im Hals oder Brustkorb.
  • Sie erleben Ihre Sprechatmung als gestört.

Diese und andere Symptome sind Hinweise auf eine Stimmstörung. Die Störung kann organische, funktionelle oder psychische Ursachen haben.

Stimmstörungen können auch Folge einer anderen Erkrankung sein. Typischerweise ist das bei Morbus Parkinson und Multipler Sklerose der Fall.

Wenn Sie mehr über einzelne Störungsbilder wissen wollen, finden Sie beim  dba e.V. weitere Informationen.

Diagnostik von Stimmtherapie

Vor Beginn einer Stimmtherapie steht der Kontakt zum Arzt. Nach einer Untersuchung kann der Arzt Ihnen eine Verordnung für Stimmtherapie ausstellen. Folgende Ärzte sind für die Diagnostik einer Stimmstörung zuständig:

  • Phoniater und Pädaudiologen
  • HNO-Ärzte
  • Ambulanz einer (Uni-) Klinik (HNO/Phoniatrie)

Im Anschluss können Sie einen Termin in der Praxis „Stimme und Stimmung“ vereinbaren. Dort führen wir eine ausführliche Befunderhebung bzw. Anamnese durch. Auf deren Basis finden dann die Therapieplanung, die Behandlung, Beratung und Präventionsmaßnahmen statt.

Kosten einer Stimmtherapie

Stimmtherapie ist ein Heilmittel der Logopädie und wird in der Regel von allen gesetzlichen Kassen bezahlt, sofern Sie eine Heilmittelverordnung mit entsprechender Diagnose von Ihrem Arzt erhalten haben.

Die Praxis „Stimme und Stimmung“ rechnet dann die Kosten direkt mit der Krankenkasse ab. Ab dem 18. Lebensjahr zahlen Sie lediglich einen Eigenanteil in Höhe von 10% und eine Verordnungsgebühr von 10 € an die Praxis (außer Sie haben eine Zuzahlungsbefreiung).

Wenn Sie über eine private Krankenkasse versichert sind, schließen Sie eine Kostenvereinbarung mit der Praxis „Stimme und Stimmung“ ab. Dies gilt auch, wenn Sie beihilfeberechtigt sind.

Ziel ist, Ihren Stimmklang wieder zur vollen Entfaltung zu bringen.

Stimmstörungen

Es wird unterschieden zwischen „Funktionalen Stimmstörungen“, „Organischen Stimmstörungen“, „Psychogenen Stimmstörungen“ und „Aphonien“:

Funktionale Stimmstörungen (Dysphonien)

Funktionale Stimmstörungen entstehen, wenn das Zusammenspiel zwischen Atem, Artikulation und Körperspannung aus dem Lot geraten ist und dadurch die Stimme mit zu viel oder zu wenig Druck erzeugt wird.

Bei den Funktionellen Stimmstörungen unterscheidet man zwischen Hyper- und Hypofunktionellen Dysphonien. Sie äußern sich beispielsweise durch häufige Heiserkeit, Veränderungen des Stimmklangs und einer verminderten Belastbarkeit der Stimme.

  1. Hyperfunktionelle Stimmstörungen
    Sie entstehen, wenn zu hoher Ausatemdruck an die Stimmbänder gelangt, bzw. wenn im Bereich des Stimmapparates Verspannungen sind. Meist ist dies verbunden mit einer insgesamt erhöhten Körperspannung. Die Stimme klingt dann rau bis knarrend, gepresst und angestrengt.
  2. Hypofunktionelle Stimmstörungen
    Sie entstehen, wenn die Muskulatur im Kehlkopf oder die Atmung zu schwach sind. Dann schließen die Stimmbänder meist nicht, und die Stimme klingt heiser, verhaucht, eventuell kraftlos. Häufig ist dies verbunden mit einer hypotonen Körperspannung und Körperhaltung.

Organische Stimmstörungen (Dysphonien)

Organische Stimmstörungen haben eine organische Ursache wie beispielsweise eine Lähmung der Stimmbänder. Zu den Organischen Stimmstörungen zählen Stimmbandlähmungen (Paresen), Ödeme, Stimmbandknötchen u.a.m. Zu einem großen Teil sind organische Stimmstörungen durch eine Stimmtherapie gut behandelbar.

Psychogene Stimmstörungen (Psychogene Dysphonien)

Ursache für Psychogene Stimmstörungen sind psychosomatische und psychosoziale Einflüsse. Die Stimmprobleme sind also nicht Folge einer hohen stimmlichen Belastung, sondern eine Folge von hoher psychischer Belastung wie Stress. In der Phoniatrie (Stimmheilkunde) wird zwischen einer psychogenen Aphonie und einer psychogenen Dysphonie unterschieden.

Aphonien

Bei einer Aphonie kommt es zu einem Stimmverlust. Die betroffenen Patienten können in der Regel nur noch flüstern. Je nach physischer Konstitution kann es auch zu einer vollständigen Stimmlosigkeit kommen. Aphonien können einen psychologischen Hintergrund haben, beispielsweise erhöhten Stress. Weitere Ursachen sind Vorerkrankungen wie Entzündungen (starke Erkältung, Bronchitis u.a.m.), Reizungen der Stimmbänder durch Chemikalien oder starke, eventuell berufsbedingte, Überlastung der Stimme (Sänger).